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Liebe Kolleginnen und Kollegen

Willkommen auf der Homepage der Primarlehrpersonen GR.

Seit Monaten beschäftigt und fordert uns das Thema "NFA (Neuregelung Finanzausgleich) Graubünden". Es braucht Energie und Kraft. Die Volksschule wird darin vom Kanton durch den Verzicht der Mitfinanzierung faktisch "verhökert", mit verheerenden Folgen für Kapital und Ressource Bildung.
In der NFA ist die heutige Verbundaufgabe zwischen Kanton und Gemeinden im Volksschulbereich als künftige Gemeindeaufgabe vorgesehen! Man möchte damit klare Finanzstrom und Kompetenzregelungen schaffen. Planung, Finanzierung, Ausführung und "Controlling" sollen möglichst an einem Ort zusammengefasst werden.

Bei den Gemeinden sind sie aber am völlig falschen Ort!
Verlässliche Rahmenbedingungen und tragfähige Strukturen sind vielerorts nicht vorhanden und völlig unterschiedlich.
Der Kanton verzichtet auf ein Lenkungsinstrument und überlässt schulische Entwicklung bewusst der kommunalen Budget-Willkür.
Durch die kürzlich beschlossene Steuergesetzrevision mit Ausfällen von über 40 Millionen Franken fehlt vielen Gemeinden noch mehr Geld.
Es wird dort gespart werden, wo die Finanzen nicht (mehr) zweckgebunden sind, z.B. bei der Volksschule, dem grössten Budgetposten der Gemeinden.

Mir graut bei der Vorstellung, Betreuung und Förderung unserer Schulkinder könnte nicht mehr von pädagogisch-fachlichen Kriterien abhängen, sondern Stimmungen und Argumenten mehr oder weniger gut meinender Fraktionen ausgeliefert sein!

Unter diesen Umständen ist die Chancengerechtigkeit für unsere Schulkinder innerhalb des ganzen Kantons schlicht weg nicht mehr gewährleistet!

Führt man sich eine Gemeinde in der Peripherie hinsichtlich ihrer Aufgabe bezüglich Integration vor Augen, wird die katastrophale Auswirkung des NFA Projekts richtig sichtbar. Es fallen zweckgebundene Gelder im "niederschwelligen Bereich" weg.
Logo, Lega und Dyskalkulie werden nicht mehr vom Kanton unterstützt. Künftig fehlen dazu also klare Vorgaben und Begleitung des Kantons.
Zusätzlich müssen Schulbusse allein durch die Gemeinden finanziert werden!

Letztlich geht es für mich in dieser NFA Debatte reduziert um eine Frage:
Wie wichtig und wie viel wert sind uns die Bereiche Bildung und soziale Wohlfahrt?!
Stärke, Kraft und Wille einer funktionierenden Gemeinschaft und Gesellschaft zeigt sich im Umgang mit den Schwächsten (Kinder, Familien, Alte, Bedürftige?)!

Zum Glück ist dank dem grossartigen Einsatz gerade auch der Lehrkräfte das Referendum mit unglaublichen 6500 Unterschriften zustande gekommen! Die Möglichkeit über dieses riesige Reformpaket überhaupt abstimmen zu können, mussten wir uns auf der Strasse erkämpfen! Hielt es doch die Mehrheit der "Classe politique" nicht für nötig es dem obligatorischen Referendum zu unterstellen?

Jetzt gilt es diese Referendumsabstimmung zu gewinnen!

Lasst euch durch die Schulhausdelegierten über Aktionen informieren und macht euch auf www.buendner-nfa.ch schlau. Opfert etwas Zeit, schreibt Postkarten und Leserbriefe, verteilt "Teebeutel", hängt Plakate auf, argumentiert und, und?

Mit der Teilnahme an der Abstimmung am 07. März mit einem kräftigen NEIN von euch, euren FreundInnen und Bekannten können wir ein Zeichen setzen, eine katastrophale Entwicklung verhindern und einen besseren Finanzausgleich bewirken!

JEDE STIMME ZÄHLT! DANKE!

Zum Erfolg von Schule tragen Engagement und Motivation der Lehrpersonen wesentlich bei. Lernerfolge der Schulkinder, Akzeptanz, Fairness und Wertschätzung unserer täglichen Arbeit sind auch für uns Lehrerinnen und Lehrer wichtig.
Mit dem primären Hinweis auf die Schule als Kostenfaktor leidet diese Anerkennung.

Um so mehr danke ich im Namen des Vorstandes für eure tagtägliche Arbeit an der Schulfront, die Mitarbeit und das Vertrauen.

Jürg Mächler            Präsident PGR                    

Wichtig:  5. Feb. 2010

Lichter-Kundgebung 'NEIN zur NFA' in Chur!

18.45 vor Theater Chur